Sozialversicherungsausweis für Auszubildende

Mit einem Sozialversicherungsausweis (SV-Ausweis) wird Arbeitnehmern, die zum ersten Mal eine Beschäftigung beginnen, ihre Sozialversicherungsnummer mitgeteilt. Azubis in der betrieblichen Ausbildung erhalten den SV-Ausweis automatisch per Post von der Rentenversicherung, wenn es sich um die erste Ausbildung und damit um den ersten sozialversicherungspflichtigen Job handelt. 

Der Sozialversicherungsausweis wird bei Ausbildungsbeginn erstmalig verschickt.
Sozialversicherungsausweis in der Teilansicht (Muster Deutsche Rentenversicherung)

Die Bedeutung des SV-Ausweises für Auszubildende

Inhaltlich unterscheidet sich der Sozialversicherungsausweis klar vom Personalausweis, denn es sind lediglich zwei Informationen abgedruckt. Der vollständige Name sowie die Rentenversicherungsnummer des Inhabers.

Sobald man den Brief der Deutschen Rentenversicherung erhält, ist man dort registriert und wird vor unterschiedlichsten Risiken geschützt. Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung, Unfallversicherung und Pflegeversicherung sind alle Teile der deutschen gesetzlichen Sozialversicherung. Erst durch die Zuteilung der Sozialversicherungsnummer wird es möglich, risikofrei und versichert als Arbeitnehmer tätig zu sein. Die Beiträge für die einzelnen Versicherungsteile hängen von der Höhe des Einkommens ab. Als Arbeitnehmer zahlt man dementsprechend monatlich bestimmte Beträge an die unterschiedlichen Sozialversicherungen und wird dadurch beispielsweise im Falle der Arbeitslosigkeit vom Staat unterstützt.

Zum Beginn einer Beschäftigung ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, sich den Sozialversicherungsausweis zeigen zu lassen. Eine Anstellung eines deutschen Staatsbürgers ohne Rentenversicherungsnummer – diese ist auf dem Sozialversicherungsausweis hinterlegt – ist illegal.

Wo beantragt man bei Verlust einen neuen SV-Ausweis?

Falls das Schreiben der Deutschen Rentenversicherung, welches seit 2011 als Sozialversicherungsausweis gilt, verloren geht, zerstört oder unbrauchbar wird, muss umgehend ein neuer Ausweis beantragt werden. In solch einem Fall kann ein neuer Sozialversicherungsausweis bei der gesetzlichen Krankenversicherung beantragt werden, bei der man versichert ist. Es kann sein, dass zusätzlich ein formloses Schreiben vorgelegt werden muss, in welchem der Grund für die Beantragung erklärt wird.

Muss ein Sozialversicherungsausweis auf der Arbeit mitgeführt werden?

Der alter Sozialversicherungsausweis mit Passbild musste früher in bestimmten Branchen und Gewerben mitgeführt werden und auf Verlangen jederzeit vorzeigbar sein. Betroffen waren vor allem diejenigen Berufe, in denen häufig Schwarzarbeit anzutreffen war. Auch heute gilt in diesen Branchen noch eine allgemeine Ausweispflicht (§ 2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz). Wer in diesen Bereichen tätig ist, muss sich bei Kontrollen von Behörden ausweisen können – entweder mit dem Personalausweis, dem Reisepass oder Ersatzausweisen dafür. Das gilt auch für Azubis. Der SV-Ausweis selbst ist aber nicht mehr mitführungspflichtig. Von der Ausweispflicht betroffene Branchen sind

  • Baugewerbe
  • Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe
  • Personenbeförderungsgewerbe
  • Speditions-, Transport- und damit verbundenes Logistikgewerbe
  • Schaustellergewerbe
  • Unternehmen der Forstwirtschaft
  • Gebäudereinigungsgewerbe
  • Unternehmen, die sich am Auf- und Abbau von Messen und Ausstellungen beteiligen
  • Fleischwirtschaft.

Interessant speziell für Azubis

Ab dem Berufseinstieg schützt die Sozialversicherung vor Unfällen, Krankheit und Arbeitslosigkeit. Zusammenfassend kann dies folgendermaßen auf den Punkt gebracht werden: Im Falle eines Unfalls werden die Krankenhauskosten von der Krankenversicherung übernommen, für die Finanzierung der anschließenden Rehabilitationsphase sorgt die Rentenversicherung. Falls man dadurch für eine bestimmte Zeitperiode arbeitsunfähig ist, erhält man Krankengeld. Bei gravierenden Unfällen und anschließender dauerhaft eingeschränkter Erwerbsfähigkeit springt die Erwerbsminderungsrente in die Bresche. Auch bei extremen Unglücksfallen ist man finanziell abgesichert. Im Falle einer Behinderung sorgt die Pflegeversicherung für die Finanzierung entstehender Kosten. Sogar im Todesfall bekommen Angehörige eine Hinterbliebenenrente.

Um diesen umfassenden Schutz für alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Deutschland stemmen zu können, zahlt jeder, der von der Sozialversicherung profitiert, monatliche Beiträge.