Kündigung der Ausbildung

Eine Kündigung des Ausbildungsverhältnisses kann sowohl durch den Ausbildungsbetrieb als auch durch den Azubi erfolgen. Dabei solltest du Folgendes beachten:

Kündigung der Ausbildung
Gründe für eine Kündigung | (c) fotolia.com / bluedesign

Kündigung während der Probezeit

Während der Probezeit gibt es für Azubis keinen Schutz vor einer Kündigung. Das heißt, dein Arbeitgeber kann den Ausbildungsvertrag jederzeit beenden. Andererseits hat auch der Auszubildende die Möglichkeit, die Ausbildung kurzfristig zu kündigen. Ausnahmen bestehen hierbei für Schwangere und Behinderte: Sie dürfen auch während der Probezeit nicht ohne weiteres gekündigt werden.

Kündigung durch den Arbeitgeber

Nach Ablauf der Probezeit kann der Ausbildungsbetrieb das Ausbildungsverhältnis nur noch beenden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Dazu zählen u. a.

  • Diebstahl
  • wiederholtes Schwänzen der Berufsschule
  • regelmäßiges Zuspätkommen im Ausbildungsbetrieb
  • mehrmaliges unentschuldigtes Fehlen im Ausbildungsbetrieb
  • trotz Aufforderung nicht geführte schriftliche Ausbildungsnachweise

In den meisten Fällen muss der fristlosen Kündigung mindestens eine schriftliche Abmahnung aus dem gleichen Grund vorausgegangen sein. Ausgenommen von dieser Regelung sind besonders schwere Vergehen wie beispielsweise ein tätlicher Angriff auf den Ausbilder. In diesem Fall kann das Ausbildungsverhältnis auch ohne vorherige Abmahnung beendet werden. Außerdem muss die Kündigung unmittelbar erfolgen, das heißt der Grund darf dem Ausbildungsbetrieb nicht länger als zwei Wochen bekannt gewesen sein. Ein Widerspruch des Auszubildenden kann bis drei Wochen nach der Kündigung eingereicht werden. Erst nach Ablauf dieser Frist ist die Kündigung rechtskräftig.

Kündigung durch den Azubi

Als Auszubildender hast du sowohl die Möglichkeit einer ordentlichen als auch einer fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung umfasst eine Kündigungsfrist von vier Wochen und ist nur möglich, wenn du den aktuellen Ausbildungsberuf aufgeben und dich stattdessen in einer anderen Tätigkeit ausbilden lassen möchtest.
Eine fristlose Kündigung kann auch von Seiten des Azubis nur aus wichtigem Grund erfolgen. Das gilt beispielsweise für folgende schwere Pflichtverletzungen:

  • Es gibt keinen geeigneten Ausbilder am Arbeitsplatz und Lehrinhalte werden dir nicht richtig vermittelt.
  • Du bekommst ständig Aufgaben, die nicht zu deinem Ausbildungsberuf gehören.
  • Du wirst über längere Zeit am Arbeitsplatz beschimpft, benachteiligt, beleidigt oder diskriminiert.
  • regelmäßige Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz oder das Arbeitszeitgesetz
  • sexuelle Belästigung oder körperliche Gewalt
  • Deine Ausbildungsvergütung wird nicht gezahlt.
  • Du bekommst geleistete Überstunden nicht bezahlt oder in Freizeit ausgeglichen.

Vertragsauflösung im gegenseitigen Einvernehmen

Sollten du und dein Ausbilder zusammen der Meinung sein, dass es nicht sinnvoll ist, die Ausbildung fortzusetzen, dann ist eine einvernehmliche Auflösung des Vertrages die beste Lösung. Die Auflösung kann aus den unterschiedlichsten Gründen erfolgen. Zunächst solltest du immer das Gespräch mit deinem Ausbilder suchen, um das Anliegen möglichst ohne die oben beschriebenen rechtlichen Mittel zu lösen.

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